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Miron Białoszewski, Geboren 1922 in Warschau, starb dort 1983. Dichter, Autor, Theatermacher. Sein erster Lyrikband erschien 1956, viele seiner Gedichte wurden vertont. Führte lange Zeit ein Untergrundtheater und einen literarischen Salon in Warschau. Auf Deutsch bisher eine Auswahl seiner Gedichte in der Übersetzung von Dagmara Kraus: Wir Seesterne(2012) und die Erinnerungen an den Warschauer Aufstand, übersetzt von Esther Kinsky: Nur das was war (1994)

Stefan Chwin, Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Publizist, geboren 1949 in Danzig, lebt in Gdańsk. Europaweit bekannt geworden durch den 1995 erschienenen, mehrfach ausgezeichneten Danzig-Roman Hanemann (deutsch: Tod in Danzig, 1997). Seither zahlreiche Veröffentlichungen, auf Deutsch etwa Die Gouvernante (2000) und Der goldene Pelikan (2008); das Tagebuch, auf dem unsere Ausgabe weitgehend basiert, erschien in bisher zwei Bänden Kartki z dziennika (Gdańsk, 2004) und Dziennik dla dorosłych (Gdańsk, 2008).

Jacek Dziaczkowski, Jahrgang 1957. Der 2006 verstorbene Warschauer Fotokünstler machte die hier gezeigten Porträts während der Orangen Revolution 2004 auf den Straßen Lembergs. Der Zyklus Demokraten wurde mehrfach ausgestellt.

Konrad Fiałkowski, geboren 1929 in Lublin, Informatiker, Hochschullehrer, Redakteur, Science-Fiction-Autor, Veröffentlichungen in mehreren Sprachen.

Luciano Gallino, Soziologe, emeritierter Professor der Universität Turin, langjähriger Präsident des italienischen Soziolgenverbands, Herausgeber der Quaderni di Sociologia, Autor zahlreicher Bücher, zuletzt bei Einaudi: Finanzcapitalismo. La civiltà del denaro in crisi.

Tatjana Gofman, heute Mitglied des geopoetischen Krim-Klubs, wurde 1983 auf der Krim geboren und ist dort aufgewachsen. Als Kulturvermittlerin lebt sie inzwischen – nach einigen Jahren in Berlin – in der Schweiz. Sewastopologia ist ihr literarisches Debüt.
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Witold Gombrowicz, geboren 1904 in Maloszyce, seinerzeit Russland, gestorben 1969 im französischen Vence, einer der bedeutendsten polnischen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts, blieb nach 1939 im Exil in Argentinien. Im Jahr 1963 kehrte Gombrowicz nach Europa zurück und verbrachte ein Jahr in Berlin. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Ferdydurke (1938), Trans-Atlantik (1953), Pornographie (1960) sowie sein umfangreiches Tagebuch 1953 – 1969.

Dieter Hoffmann-Axthelm, Stadtplaner, Architekturkritiker, Essayist, geboren 1940 und aufgewachsen in Berlin. Studierte Theologie, Philosophie und Geschichte; in den 90er Jahren Mitarbeit am Planwerk Innenstadt für Berlin, begleitet seit Jahrzehnten Bauen und Werden in Berlin mit kritischem Blick. Mehrere Bücher, zahllose Beiträge u.a. in arch+, Bauwelt, Ästhetik und Kommunikation.

Gunter Hofmann, geboren 1942, Publizist, Redakteur der Hamburger Wochenzeitschrift „Die Zeit“, einer der besten Kenner der politischen Szene in Deutschland, aufmerksamer Beobachter Polens, mehrere Bücher darunter „Abschiede, Anfänge. Die Bundesrepublik – eine Anatomie“.

Uwe Johnson, geboren im Juli 1934 in Cammin, Pommern, heute Kamien Pomorski, Polen, gestorben im Februar 1984 in Sheerness-on-Sea, an der Themse-Mündung, einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts. Sein Hauptwerk: die vier Bände der JAHRESTAGE.

Igor Klech, Schriftsteller, Essayist, Publizist, geboren 1952 in Cherson (Ukraine) arbeitete als Lehrer, viele Jahre auch als Glasmaler, lebt mit seiner Familie in einem Vorort Moskaus.

Artur Klinaŭ, geboren 1965 in Minsk, wo er lebt, Schriftsteller, Künstler, Architekt, seit zehn Jahren Herausgeber der unabhängigen Kunstzeitschrift pARTisan. Einer der einflussreichsten Kulturschaffenden seines Landes. Auf Deutsch erschien bisher nur Minsk. Sonnenstadt der Träume (Suhrkamp, 2006).

Marta Kilińska, geboren 1981 in Warschau, freie Fotografin, Absolventin der Schule für Fotografie in Lodz, erste Ausstellungen in Warschau und Berlin.

Rafał Kosik, geboren 1971 in Warschau, gehört zur jüngeren Generation in der langen Reihe polnischer Science-Fiction-Autoren, zahlreiche Bücher, erfolgreich auch mit Erzählungen für Kinder.

Adam Krzemiński, geboren 1945, Publizist, Redakteur der Warschauer Zeitschrift „Polityka“, der Deutschland-Experte Polens, zahlreiche Bücher in beiden Ländern, darunter „Polen im 20. Jahrhundert. Ein historischer Essay“.

Anna Lehmann-Brauns, geboren 1967 in Berlin, Absolventin der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, Meisterschülerin von Joachim Brohm. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet und wird in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen gezeigt.

Rafał Leszczyński, Jahrgang 1973, Fotograf und Filmemacher, lebt und arbeitet in Warschau und in Ustka an der Ostsee-Küste. Dort enstanden in den Jahren 1999 bis 2005 auch die hier gezeigten Fotos.

Tomasz Łubieński, geboren 1938 in Warschau, Historiker, Publizist, Literaturkritiker. Chefredakteur der Zeitschrift Nowe Ksiazki („Neue Bücher“). Zahlreiche Veröffentlichungen, unter anderem Bic sie czy nie bic (1976, „Kämpfen oder nicht kämpfen“), eine fulminante Kritik der Tradition des Aufstands in Polen.

Krzysztof Miller, Jahrgang 1962, Fotoreporter der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza seit 1989. Hat berichtet aus Afghanistan wie aus Sarajewo, aus Grosny wie aus Georgien, aus Irak wie aus Kongo.

Chris Niedenthal, in England geborener, polnischer Fotograf, Jahrgang 1950, lebt und arbeitet in Warschau. War vor allem in der Wendezeit der 1980er und 1990er Jahre für internationale Magazine wie Time und Newsweek und Spiegel unterwegs. Ausgezeichnet mit dem World Press Photo Award. Unzählige Veröffentlichungen, zahlreiche Ausstellungen, mehrere Bücher.

Piotr Paziński, geboren 1973, lebt und arbeitet in Warschau, Chefredakteur der polnisch-jüdischen Zeitschrift Midrasz. Sein literarisches Debüt wurde in Polen als sensationelle Entdeckung gefeiert. Die Pensionerhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Preis Paszport Polityki der Zeitschrift Polityka und 2012 den Literaturpreis der Europäischen Union.

Martin Pollack, geboren 1944 in Bad Hall in Oberösterreich, Autor und Übersetzer. Lebt in Wien und im Burgenland. Viele Jahre Korrespondent für den Spiegel in Wien und in Warschau. Zahlreiche Bücher vor allem über Ost- und Mitteleuropa, viele Auszeichnungen, unter anderem der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2011.

Dirk Reinartz, 1947 – 2004, früher Fotoreporter beim „Stern“, freier Fotograf, Professor für Fotografie, lebte zuletzt in Buxtehude, mehrere Bücher, darunter „Innere Angelegenheiten“, Deutschlandbilder von 2003. Reinartz, hieß es einmal, zeigt „die Normalität in ihrem ganzen Extremismus“. Es stimmt.

Tadeusz Rolke, geboren 1929 in Warschau, freier Fotograf, Lehrer der Fotografie und Verleger, fotografiert seit sechs Jahrzehnten, arbeitete für mehrere Künstler und Galerien, für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften wie Art oder Gazeta Wybor­cza. Mehrere Veröffentlichungen, u. a. Fotografie 1944 – 2005, lebt und lehrt in seiner Heimatstadt.

Andreas Rostek, geboren 1955 am Niederrhein, Journalist, Verleger und Autor. Hat gelebt und gearbeitet in Berlin, Rom, Lugano und Washington und immer wieder in Berlin.

Simon Schama, geboren 1945 in London, Historiker, Kunsthistoriker und Kunstkritiker, lehrt derzeit an der Columbia University, mehrere Jahre Kunstkritiker des New Yorker, Mitarbeiter von BBC und The Guardian, zahlreiche Bücher, u. a. Landscape and Memory (1995), Rembrandt’s Eyes (1999), A History of Britain (2000 – 2002) oder The Power of Art (2006).

Piotr Szewc, Schriftsteller, Dichter, Essayist, 1961 in Zamość geboren, lebt und arbeitet in Warschau, Redakteur der Literaturzeitung Nowe Ksiazki. Sein hier neu aufgelegter Roman wurde bei seinem Erscheinen 1987 in Polen enthusiastisch gefeiert, das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Szewc hat seitdem mehrere Romane geschrieben.

Roberta Tatafiore, 1943 – 2009, eine der schillerndsten Figuren des italienischen Feminismus, Mitbegründerin der Università delle Donne in Rom, Gründerin einer Prostituierten-Zeitschrift, Mitarbeiterin zahlreicher Zeitungen, mehrere Bücher über das Geschäft mit dem Sex, streitbare Publizistin, Journalistin, Soziologin – beging im April 2009 Selbstmord.

Łukasz Trzciński, geboren 1975, freier Fotograf, lebt und arbeitet in Krakau. Reportage-Reisen in dreißig Länder, u.a. nach Afghanistan, Irak, Rumänien, mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit.

Nino Vetri, Schriftsteller und Musiker, geboren 1964 in Palermo, wo er mit seiner Familie lebt. Gründete vor 30 Jahren die Musikgruppe La Banda di Palermo. Dies ist sein zweiter Roman. Das erste Buch Vetris, Die letzten Stunden meiner Brille, erschien auf Deutsch ebenfalls in der edition.fotoTAPETA.

Arno Widmann, geboren 1946 in Frankfurt, lebte seither fast drei Jahrzehnte in Berlin, Redakteur, Publizist, Kritiker, Literat, Übersetzer, u.a. bei taz, Vogue, Zeit, Berliner Zeitung, jetzt bei der Frankfurter Rundschau.

Serhij Zhadan, Jahrgang 1974, ist einer der einflussreichsten jüngeren Autoren der Ukraine. Der Dichter und Romancier hat bisher acht Lyrik-Bände und vier Bücher mit Prosa veröffentlicht. Auf Deutsch erschienen unter anderem die Romane Anarchy in the UKR und Depeche Mode.