Alberto Asor Rosa, geboren 1933 in Rom, Literaturkritiker, Schriftsteller und Politiker. Er lehrte unter anderem in Rom und Cagliari italienische Literaturgeschichte, war Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens und Chefredakteur der Parteizeitschrift Rinascita. Zahlreiche wissenschaftliche Werke, darunter (als Herausgeber) eine mehrbändige Geschichte der italienischen Literatur (bei Einaudi). Bisher erschienen drei Romane von Asor Rosa.

Miron Białoszewski, Geboren 1922 in Warschau, starb dort 1983. Dichter, Autor, Theatermacher. Sein erster Lyrikband erschien 1956, viele seiner Gedichte wurden vertont. Führte lange Zeit ein Untergrundtheater und einen literarischen Salon in Warschau. Auf Deutsch bisher eine Auswahl seiner Gedichte in der Übersetzung von Dagmara Kraus: Wir Seesterne(2012) und die Erinnerungen an den Warschauer Aufstand, übersetzt von Esther Kinsky: Nur das was war (1994)

Stefan Chwin, Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Publizist, geboren 1949 in Danzig, lebt in Gdańsk. Europaweit bekannt geworden durch den 1995 erschienenen, mehrfach ausgezeichneten Danzig-Roman Hanemann (deutsch: Tod in Danzig, 1997). Seither zahlreiche Veröffentlichungen, auf Deutsch etwa Die Gouvernante (2000) und Der goldene Pelikan (2008); das Tagebuch, auf dem unsere Ausgabe weitgehend basiert, erschien in bisher zwei Bänden Kartki z dziennika (Gdańsk, 2004) und Dziennik dla dorosłych (Gdańsk, 2008).

Jacek Dziaczkowski, Jahrgang 1957. Der 2006 verstorbene Warschauer Fotokünstler machte die hier gezeigten Porträts während der Orangen Revolution 2004 auf den Straßen Lembergs. Der Zyklus Demokraten wurde mehrfach ausgestellt.

Konrad Fiałkowski, geboren 1939 in Lublin, Informatiker, Hochschullehrer, Redakteur, Science-Fiction-Autor, Veröffentlichungen in mehreren Sprachen.

Luciano Gallino, 1927 – 2015, Soziologe, lehrte an der Universität Turin, langjähriger Präsident des italienischen Soziolgenverbands, Herausgeber der Quaderni di Sociologia, Autor zahlreicher Bücher, unter anderem bei Einaudi: Finanzcapitalismo. La civiltà del denaro in crisi.

Tatjana Gofman, heute Mitglied des geopoetischen Krim-Klubs, wurde 1983 auf der Krim geboren und ist dort aufgewachsen. Als Kulturvermittlerin lebt sie inzwischen – nach einigen Jahren in Berlin – in der Schweiz. Sewastopologia ist ihr literarisches Debüt.
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Witold Gombrowicz, geboren 1904 in Maloszyce, seinerzeit Russland, gestorben 1969 im französischen Vence, einer der bedeutendsten polnischen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts, blieb nach 1939 im Exil in Argentinien. Im Jahr 1963 kehrte Gombrowicz nach Europa zurück und verbrachte ein Jahr in Berlin. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Ferdydurke (1938), Trans-Atlantik (1953), Pornographie (1960) sowie sein umfangreiches Tagebuch 1953 – 1969.

Ludwik Hering, 1908-1984 war Bibliothekarsgehilfe, Autor, Theaterregisseur, Schauspieler und Bühnenbildner. Und Freund und Mentor vieler Autoren und Künstler, darunter auch der Dichter und Theatermacher Miron Białoszewski.

Dieter Hoffmann-Axthelm, Stadtplaner, Architekturkritiker, Essayist, geboren 1940 und aufgewachsen in Berlin. Studierte Theologie, Philosophie und Geschichte; in den 90er Jahren Mitarbeit am Planwerk Innenstadt für Berlin, begleitet seit Jahrzehnten Bauen und Werden in Berlin mit kritischem Blick. Mehrere Bücher, zahllose Beiträge u.a. in arch+, Bauwelt, Ästhetik und Kommunikation.

Gunter Hofmann, geboren 1942, Publizist, Redakteur der Hamburger Wochenzeitschrift „Die Zeit“, einer der besten Kenner der politischen Szene in Deutschland, aufmerksamer Beobachter Polens, mehrere Bücher darunter „Abschiede, Anfänge. Die Bundesrepublik – eine Anatomie“.

Abo Iaschaghaschwili, Schriftsteller, 1977 in Tiflis geboren, studierte dort und in München und Berlin. Arbeitet in Georgien auch als Bergführer. Er hat u. a. drei Romane und mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht. Für seinen zweiten Roman Royal Mary wurde Iaschagaschwili 2015 mit dem SABA, dem wichtigsten georgischen Literaturpreis, ausgezeichnet.

Uwe Johnson, geboren im Juli 1934 in Cammin, Pommern, heute Kamien Pomorski, Polen, gestorben im Februar 1984 in Sheerness-on-Sea, an der Themse-Mündung, einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts. Sein Hauptwerk: die vier Bände der JAHRESTAGE.

Igor Klech, Schriftsteller, Essayist, Publizist, geboren 1952 in Cherson (Ukraine) arbeitete als Lehrer, viele Jahre auch als Glasmaler, lebt mit seiner Familie in einem Vorort Moskaus.

Artur Klinaŭ, geboren 1965 in Minsk, wo er lebt, Schriftsteller, Künstler, Architekt, seit zehn Jahren Herausgeber der unabhängigen Kunstzeitschrift pARTisan. Einer der einflussreichsten Kulturschaffenden seines Landes. Auf Deutsch erschien bisher nur Minsk. Sonnenstadt der Träume (Suhrkamp, 2006).

Marta Kilińska, geboren 1981 in Warschau, freie Fotografin, Absolventin der Schule für Fotografie in Lodz, erste Ausstellungen in Warschau und Berlin.

Andrzej Kopacki, geb. 1959, Essayist, Lyriker, Übersetzer, Germanist an der Warschauer Universität, Redakteur der Zeitschrift „Literatura na Świecie“. Mehrere Bände zur deutschen Literatur, übersetzte unter anderem Benjamin, Brecht, Benn, Enzensberger, Grünbein. Seine Lyrik erschien auf Deutsch bisher in der Übersetzung von Doreen Daume: Chansons de gestes (Ottensheim 2005) und An der Ampel (Wien 2011). Er lebt in Warschau.

Rafał Kosik, geboren 1971 in Warschau, gehört zur jüngeren Generation in der langen Reihe polnischer Science-Fiction-Autoren, zahlreiche Bücher, erfolgreich auch mit Erzählungen für Kinder.

Adam Krzemiński, geboren 1945, Publizist, Redakteur der Warschauer Zeitschrift „Polityka“, der Deutschland-Experte Polens, zahlreiche Bücher in beiden Ländern, darunter „Polen im 20. Jahrhundert. Ein historischer Essay“.

Moyshe Kulbak, geboren 1896 in Smorgon, gestorben 1937 in Minsk. Dichter, Schriftsteller, Theaterautor in jiddischer Sprache, arbeitete auch als Lehrer und Übersetzer in Minsk, Vilnius und Berlin. Zeitweilig Vorsitzender des PEN-Zentrums für jiddische Literatur. Im September 1937 verhaftet und wenig später hingerichtet.

Anna Lehmann-Brauns, geboren 1967 in Berlin, Absolventin der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, Meisterschülerin von Joachim Brohm. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet und wird in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen gezeigt.

Rafał Leszczyński, Jahrgang 1973, Fotograf und Filmemacher, lebt und arbeitet in Warschau und in Ustka an der Ostsee-Küste. Dort enstanden in den Jahren 1999 bis 2005 auch die hier gezeigten Fotos.

Mikołaj Łoziński, Jahrgang 1980, Schriftsteller, lebt und arbeitet in Warschau. Für seinen Roman „Reisefieber“ aus dem Jahr 2006 (dt. „Reisefieber“, München 2008 ) erhielt er ein Jahr später den Kościelski Literaturpreis; für den hier vorliegenden Roman „Książka“ aus dem Jahr 2011 wurde Łoziński im selben Jahr mit dem polnischen Literaturpreis Paszport Polityki geehrt.
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Tomasz Łubieński
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geboren 1938 in Warschau, Historiker, Publizist, Literaturkritiker. Chefredakteur der Zeitschrift Nowe Ksiazki („Neue Bücher“). Zahlreiche Veröffentlichungen, unter anderem Bic sie czy nie bic (1976, „Kämpfen oder nicht kämpfen“), eine fulminante Kritik der Tradition des Aufstands in Polen.

Jerzy Maćków, geboren 1961, Politologe, Professor an der Universität Regensburg, gelegentlich Blogger und Publizist. Studierte in Posen und Hamburg, lehrte auch an der Viadrina in Frankfurt/Oder. Habilitation über Die Konstruktion politischer Stabilität. Polen und Russland in den Umbrüchen der achtziger und neunziger Jahre.

Krzysztof Miller, 1962 – 2016, Fotoreporter der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza seit 1989. Hat berichtet aus Afghanistan wie aus Sarajewo, aus Grosny wie aus Georgien, aus Irak wie aus Kongo.

Chris Niedenthal, in England geborener, polnischer Fotograf, Jahrgang 1950, lebt und arbeitet in Warschau. War vor allem in der Wendezeit der 1980er und 1990er Jahre für internationale Magazine wie Time und Newsweek und Spiegel unterwegs. Ausgezeichnet mit dem World Press Photo Award. Unzählige Veröffentlichungen, zahlreiche Ausstellungen, mehrere Bücher.

Piotr Paziński, geboren 1973, lebt und arbeitet in Warschau, Chefredakteur der polnisch-jüdischen Zeitschrift Midrasz. Sein literarisches Debüt wurde in Polen als sensationelle Entdeckung gefeiert. Die Pensionerhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Preis Paszport Polityki der Zeitschrift Polityka und 2012 den Literaturpreis der Europäischen Union.

Martin Pollack, geboren 1944 in Bad Hall in Oberösterreich, Autor und Übersetzer. Lebt in Wien und im Burgenland. Viele Jahre Korrespondent für den Spiegel in Wien und in Warschau. Zahlreiche Bücher vor allem über Ost- und Mitteleuropa, viele Auszeichnungen, unter anderem der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2011.

Uwe Rada, geboren 1963, Autor, Journalist, Redakteur der taz. Mehrere Bücher über große europäische Flüsse und Gewässer, unter anderem Die Oder. Lebenslauf eines Flusses, zuletzt Die Adria. Die Wiederentdeckung eines Sehnsuchtsortes. Mehrere Stipendien und Preise, unter anderem von der Robert-Bosch-Stiftung und dem Goethe-Institut. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Dirk Reinartz, 1947 – 2004, früher Fotoreporter beim „Stern“, freier Fotograf, Professor für Fotografie, lebte zuletzt in Buxtehude, mehrere Bücher, darunter „Innere Angelegenheiten“, Deutschlandbilder von 2003. Reinartz, hieß es einmal, zeigt „die Normalität in ihrem ganzen Extremismus“. Es stimmt.

Tadeusz Rolke, geboren 1929 in Warschau, freier Fotograf, Lehrer der Fotografie und Verleger, fotografiert seit sechs Jahrzehnten, arbeitete für mehrere Künstler und Galerien, für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften wie Art oder Gazeta Wybor­cza. Mehrere Veröffentlichungen, u. a. Fotografie 1944 – 2005, lebt und lehrt in seiner Heimatstadt.

Andreas Rostek, geboren 1955 am Niederrhein, Journalist, Verleger und Autor. Hat gelebt und gearbeitet in Berlin, Rom, Lugano und Washington und immer wieder in Berlin.

Tomasz Różycki, geboren 1970 in Opole, wo er lebt und arbeitet, ist Dichter, Essayist, Schriftsteller und Übersetzer aus dem Französischen. Er hat bisher sieben Gedichtbände vorgelegt, darunter das epische Poem Zwölf Stationen (dt. 2009 übersetzt von Olaf Kühl).

Simon Schama, geboren 1945 in London, Historiker, Kunsthistoriker und Kunstkritiker, lehrt derzeit an der Columbia University, mehrere Jahre Kunstkritiker des New Yorker, Mitarbeiter von BBC und The Guardian, zahlreiche Bücher, u. a. Landscape and Memory (1995), Rembrandt’s Eyes (1999), A History of Britain (2000 – 2002) oder The Power of Art (2006).

Piotr Szewc, Schriftsteller, Dichter, Essayist, 1961 in Zamość geboren, lebt und arbeitet in Warschau, Redakteur der Literaturzeitung Nowe Ksiazki. Sein hier neu aufgelegter Roman wurde bei seinem Erscheinen 1987 in Polen enthusiastisch gefeiert, das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Szewc hat seitdem mehrere Romane geschrieben.

Ostap Slyvynsky, geboren 1978 in Lemberg. Lyriker, Literaturwissenschaftler, Dozent an der Universität Lemberg. Promovierte 2007 mit einer Arbeit zum Phänomen der Stille in der Literatur, Mitherausgeber der dreisprachigen Zeitschrift „radar“ und verschiedener Anthologien. Für sein dichterisches Schaffen wurde Slyvynsky mehrfach ausgezeichnet.

Jürgen Stellinggeboren 1947 in Berlin, aufgewachsen in Luckenwalde, Buchhändler (zuletzt in Stuttgart), Verlagsvertreter (auch der edition.fotoTAPETA). Autor mehrerer Romanen und Lyrik-Bände, ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Kunststiftung Baden-Württemberg. Lebt seit einigen Jahren wieder in Berlin.

Roberta Tatafiore, 1943 – 2009, eine der schillerndsten Figuren des italienischen Feminismus, Mitbegründerin der Università delle Donne in Rom, Gründerin einer Prostituierten-Zeitschrift, Mitarbeiterin zahlreicher Zeitungen, mehrere Bücher über das Geschäft mit dem Sex, streitbare Publizistin, Journalistin, Soziologin – beging im April 2009 Selbstmord.

Łukasz Trzciński, geboren 1975, freier Fotograf, lebt und arbeitet in Krakau. Reportage-Reisen in dreißig Länder, u.a. nach Afghanistan, Irak, Rumänien, mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit.

Sebastiano Vassalli, geboren 1941, gestorben 2015, italienischer Schriftsteller aus Genua, der sich in seinem Werk manches Mal Figuren widmete, die er als Teil eines italienischen Nationalcharakters sah. Bekannt in Deutschland unter anderem durch seinen Roman La Chimera aus dem Jahr 1990 (dt. Die Hexe von Novara, München/Zürich 1993), für den er den Premio Strega erhielt. Mit einem Werk von rund 20 Büchern einst Kandidat für den Literatur-Nobelpreis, 2015 für sein Lebenswerk ausgezeichnet mit dem Premio Campiello.
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Nino Vetri, Schriftsteller und Musiker, geboren 1964 in Palermo, wo er mit seiner Familie lebt. Gründete vor 30 Jahren die Musikgruppe La Banda di Palermo. Dies ist sein zweiter Roman. Das erste Buch Vetris, Die letzten Stunden meiner Brille, erschien auf Deutsch ebenfalls in der edition.fotoTAPETA.

Arno Widmann, geboren 1946 in Frankfurt, lebte seither fast drei Jahrzehnte in Berlin, Redakteur, Publizist, Kritiker, Literat, Übersetzer, u.a. bei taz, Vogue, Zeit, Berliner Zeitung, jetzt bei der Frankfurter Rundschau.

Serhij Zhadan, Jahrgang 1974, ist einer der einflussreichsten jüngeren Autoren der Ukraine. Der Dichter und Romancier hat bisher acht Lyrik-Bände und vier Bücher mit Prosa veröffentlicht. Auf Deutsch erschienen unter anderem die Romane Anarchy in the UKR und Depeche Mode.